Ausgabe vom 14.02.2022 Seite 27
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Karg und intensiv Tatort: Saras Geständnis (ARD) Gab es in den letzten Jahren wohl eine ?Tatort?-Folge, die die gängigen Erwartungen an Dramatik oder Originalität derart unterlaufen hätte? Regisseur Kai Wessel setzte die Vorgaben eines Buchs, das mit der Entlassung einer Strafgefangenen auch ihre nachträgliche Entlastung durch neue Ermittlungen in Gang setzte, denkbar karg und zugleich mit großer Intensität um. Die tröpfelnde Musik zur winterlichen Szenerie prägte bereits die Stimmung, beim kleinen Wiedersehensfest um Hauptfigur Sara (Johanna Wokalek mit angemessen sparsamer Mimik) fragte man sich schon, wie daraus ein Krimi werden solle. Der Fund eines ermordeten Polizisten fächerte dann auf angenehm altmodische Weise verschiedene Handlungsstränge auf, die Richtung Finale zur obligatorischen Verfolgungsjagd und zur Entlarvung des Täterpaares führten. Aber die Spannung wirkte ebenso unterkühlt wie etwa der Running Gag um die ?Scheiße am Schuh? des Ermittlers. Stattdessen geriet die schwierige Beziehung Saras zu ihrer Freundin in den Fokus. Passend auch die besondere Schlusspointe: Sara wurde plausibel entlastet ? doch zu beweisen war ihre Unschuld nicht. Harald Suerland ARD-Thriller vor ZDF-Unterhaltungsshow Der Thriller ?Der Beschützer? im Ersten hat am ...
