Ausgabe vom 17.02.2025 Seite 5
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Die Erinnerung lebt AnalyseNawalnys erster Todestag Seit einem Jahr ist Alexej Nawalny tot. Vor zwölf Monaten wurde der wichtigste Gegner von Kremlchef Wladimir Putin im Straflager âPolarwolfâ in der Arktisregion zu Tode gequält. An seinem Grab in Moskau auf dem Friedhof Borissowskoje legten jetzt Hunderte Menschen Blumen nieder â trotz drohender Repressionen und polizeilicher Beobachtung. Zugleich geht die Justiz in ganz Russland weiter rigoros gegen Andersdenkende vor. Die Liste der inhaftierten Gegner Putins und seines Angriffskrieges gegen die Ukraine ist lang. Die Hunderte politischen Gefangenen sollen abschreckend wirken und jeden Widerstandsgeist im Keim ersticken. Die in Moskau verbotene, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Menschenrechtsorganisation Memorial listet 785 politische Gefangene auf. Drei Anwälte Nawalnys sind im Januar zu langen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie den Putin-Gegner verteidigt hatten. Und Nawalny, der an seinem Todestag am 16. Februar erst 47 Jahre alt war, ist nicht der Einzige, der in Gefangenschaft starb. Wer Nawalny zum Vorbild erklärt oder seinen verbotenen Anti-Korruptions-Fonds FBK unterstützt, riskiert viele Jahre Haft wegen Extremismus. Nawalnys im Exil arbeitende Anhänger â nicht ...
