Ausgabe vom 20.09.2025 Seite 35

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Kein Thriller von der Stange Verstörender „Polizeiruf“-Krimi Der „Polizeiruf 110: Sie sind unter uns“ geht an die Nieren. Kommissarin Brasch (Claudia Michelsen) bekommt es mit einem jugendlichen Amokläufer zu tun, der an seiner Schule Menschen erschießt. Es ist unklar, welchen Plan er verfolgt. Auch die Zuschauer bleiben lange im Ungewissen. Filme über Amokläufe, zumal an Schulen, sind ein Wagnis. Sie erzählen von der krassesten, ja unheimlichsten Form von Gewalt, die von Einzelnen ausgehend in geschützte Räume unserer Gesellschaft eindringt. Tatorte sind Schulen, Volksfeste, Weihnachtsmärkte. Der beklemmende „Polizeiruf 110: Sie sind unter uns“ mit Claudia Michelsen als Magdeburger Kommissarin Doreen Brasch thematisiert eine solche Tat (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr). Gewagt sind solche Filme, weil sie in Form eines konventionellen Thrillers auf geschmackvollste Weise scheitern können. Schließlich gibt es derlei Taten wirklich. 2002 erschoss am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt ein 19-jähriger Ex-Schüler zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler, einen Polizeibeamten und sich selbst. Darf man aus solch einen verstörenden Stoffen Filme machen? Zu Beginn lernt man Schüler Jeremy (Mikke Rasch) kennen. ...