Ausgabe vom 02.02.2026 Seite 5

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Unbequem und ihrer Zeit voraus Frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im Alter von 88 Jahren gestorben Berlin. Manchmal kann ein einziges Wort schon ein politisches Programm sein. Als Rita Süssmuth im September 1985 Heiner Geißler beerbte, lautete der Name ihres Ressorts noch „Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit“. Es dauerte ein Jahr, dann wurde daraus das „Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit“. Die Förderung von Frauen, der Kampf um ihre Gleichberechtigung in Politik, Beruf und Gesellschaft war ein Herzensanliegen Süssmuths. Ein Ziel, das sie weit über ihre aktive politische Karriere hinaus verfolgte – und dessen Vollendung sie nicht mehr erlebte. Als Bundeskanzler Helmut Kohl 1985 Süssmuth auf Vorschlag Geißlers (alle CDU) in sein Kabinett aufnahm, war das eine handfeste Überraschung. Die 48-Jährige gehörte der CDU erst seit vier Jahren an. Als Vorsitzende des Bundesfachausschusses Familienpolitik war sie Fachpolitikern bekannt, sonst aber kaum jemandem. Am 17. Februar 1937 wurde sie in Wuppertal geboten, ihr Vater war Lehrer. Rita Kickuth, so ihr Geburtsname, studierte Romanistik und Geschichte, später noch Erziehungswissenschaften, Soziologie und ...