Ausgabe vom 20.02.2026 Seite 17

Suchbegriffe 20.02.2026    17


„Die Ängste nehmen deutlich zu“ Depressionen und Angststörungen: Geht es der jungen Generation schlechter? Dr. Rüdiger Haas: Das hängt stark davon ab, welche Perspektive man einnimmt. Aktuelle Studien zeigen, dass etwa 20 bis 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen psychische Symptome zeigen. Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss: Rund 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind mehr oder minder psychisch gesund. Gleichzeitig sehen wir deutlich, dass Ängste und Vermeidungsstrategien zugenommen haben. Dr. Haas: Auf jeden Fall. Gerade Jugendliche kann man als Barometer der Gesellschaft sehen. Sie befinden sich ohnehin in einer unsicheren Lebensphase und reagieren besonders sensibel auf gesellschaftliche Entwicklungen. In unserer Klinik erleben wir häufig, dass Ängste rund um Krieg, wirtschaftliche Unsicherheit und den Klimawandel eine große Rolle spielen. Das Thema Migration hingegen spielt bei unseren Patientinnen und Patienten kaum eine Rolle – auch wenn es politisch stark aufgeladen ist. Problematisch dabei ist, dass Politik häufig eher Angst vermittelt, statt Orientierung zu geben. Angst führt jedoch zu Rückzug und Passivität – Orientierung hingegen ermöglicht Aktivität. Dr. Haas: Also auf jeden Fall sind soziale ...