Ausgabe vom 28.04.2026 Seite 26

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Brennende Begegnung Das Gift der Brennnessel ist ungefährlich, reizt aber die Haut Leipzig. Autsch! Wer schon mal eine Brennnessel angefasst hat, weiß, wie weh das tut. Schon die kleinste Berührung reicht aus: Sofort juckt und brennt es, die Haut wird rot und schwillt vielleicht sogar an. Oft bilden sich kleine Quaddeln auf der Haut. So nennt man die Hubbel. Schuld sind spezielle Haare der Pflanze, erklärt der Biologe Wolfram Brenner: „Wenn man sich die Blätter und Stängel der Brennnessel genau anschaut, sieht man viele winzige Härchen. Das sind die sogenannten Brennhaare.“ Diese Brennhaare sind hohl wie eine kleine Röhre und bestehen aus einem Material ähnlich wie Glas. „An der Spitze jedes Härchens sitzt ein Köpfchen, das bei Berührung abbricht“, so Wolfram Brenner. An der Bruchstelle ist das Härchen sehr spitz und scharf. Deshalb kann es sich in die Haut bohren. Am anderen Ende des Härchens befindet sich eine kleine Blase. Die enthält eine Art giftigen Saft. Bricht das Köpfchen ab, wird das Gift in die Haut befördert. Das ist ungefähr so wie eine winzig kleine Spritze. „Der Gift-Cocktail ist eine Mischung aus mehreren fiesen Stoffen“, erklärt Wolfram Brenner. Histamin ist einer davon. Das ...