Ausgabe vom 12.06.2026 Seite 7

Suchbegriffe 12.06.2026    7


Tarifbindung im EU-Vergleich gering Deutschland hinkt Vorgaben hinterher – Aktionsplan fehlt frankfurt/düsseldorf Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland arbeitet in tarifgebundenen Unternehmen. Damit schneidet die Bundesrepublik im europäischen Vergleich schlecht ab – und ein von der EU geforderter Aktionsplan der Bundesregierung fehlt noch immer. Das kritisiert das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Obwohl die Frist für betroffene EU-Staaten Ende 2025 abgelaufen ist, gehört die Bundesrepublik demnach zu sechs EU-Ländern ohne entsprechenden Maßnahmenkatalog. Laut Studie haben daneben Kroatien, Luxemburg, Slowenien, Ungarn und Zypern ihre Verpflichtungen nicht erfüllt. Die EU sieht Tarifverträge als wichtiges Instrument für faire Arbeitsbedingungen, denn bei einer Tarifbindung werden etwa Löhne und Arbeitszeiten zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ausgehandelt und Mindeststandards zum Arbeitnehmerschutz festgelegt. Die EU-Mindestlohn-Richtlinie verpflichtet Länder mit einer Tarifbindung von unter 80 Prozent dazu, einen Plan bei der EU-Kommission vorzulegen – so auch Deutschland. Denn hierzulande arbeitet laut WSI nur knapp die Hälfte ...