Ausgabe vom 22.06.2026 Seite 8

Suchbegriffe 22.06.2026    8


Mit Herz und Händen IMetzger Yevgeniy Klibanov bringt sich die Gebärdensprache bei, um sich mit Kunden unterhalten zu können Nürnberg. Metzger Yevgeniy Klibanov liebt es, sich mit seinen Kunden zu unterhalten, wenn er Wurst in Scheiben schneidet oder Fleisch abwiegt. Dann lächelt er über das ganze Gesicht und holt weit mit den Armen aus. Bei zweien seiner Stammkunden ging das jedoch lange Zeit nicht: Die beiden Männer sind gehörlos. Deshalb lernt der 39-Jährige in seiner Freizeit seit etwa einem Jahr Gebärdensprache. Um die 95 Wörter und Begriffe beherrsche er mittlerweile, sagt Klibanov. „Ich bin noch in der Lernphase“, gibt er zu. Aber für kleine Gespräche etwa über das Wetter oder die Familie reiche es. Welchen großen Unterschied das macht, sieht man, als Hedi Doudeche an die Fleischtheke in dem Nürnberger E-Center tritt. Freudestrahlend begrüßt er den Metzgermeister mit einigen Gebärden. Der 73-Jährige ist einer der beiden gehörlosen Stammkunden und wohnt ganz in der Nähe des Supermarkts im Stadtteil Röthenbach − drei Häuser von Klibanovs Haus entfernt. Dank der Gebärdensprache hätten sich die beiden nun auch etwas zu erzählen, wenn sie sich zufällig auf der Straße ...