Ausgabe vom 31.01.2026 Seite 35

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Cooldown und Glückauf Winter im Lausitzer Seenland Zwischen Berlin und Dresden liegt die größte künstliche Wasserlandschaft Europas: Einstige Tagebaugruben sind heute Badeparadiese. Im Winter haben Besucher die teils wüstenähnliche Region für sich. Deike Uhtenwoldt und Stefan Weißenborn Leuchtender korrodierender Stahl, 30 Meter hoch und Wahrzeichen im Lausitzer Seenland – so ein „Rostiger Nagel“ müsste doch schon von Weitem zu sehen sein. Aber rundherum nur hoch gewachsene Kiefern und Birken, ein verlassener Sonderlandeplatz – und endlich eine Hundebesitzerin, die, nach dem Weg gefragt, Auskunft gibt. „Immer geradeaus, das ist nicht zu verfehlen“, sagt sie und führt ihren Hund auf der Alten Sornoer Straße fort. Der Name erinnert an die Ortschaft Sorno, die hier vor 50 Jahren „überbaggert“ wurde. So heißt es im kühlen Vokabular des Tagebergbaus. Die Angelegenheit aber war drastisch: Die Bewohner wurden umgesiedelt, ihre Häuser abgerissen, die Braunkohle unter der Siedlung zutage gefördert. Aber auch der Bergbau ist hier längst wieder Geschichte. Denn dort, wo gewohnt und dann malocht wurde, sind heute Naturschutzgebiete und Seen. Die Region gilt als Paradebeispiel für den Wandel von ...