Ausgabe vom 07.02.2026 Seite 19

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Stadtgeschichte im Laternenlicht Dorit Tönjes führt als erste weibliche Nachtwächterin kleine und große Besucher durch die Emsstadt Rheine RHEINE. „Hört ihr Leut‘ und lasst euch sagen …“ – wenn dieser Ruf durch Rheines Straßen klingt, stammt er heute manchmal von einer Frau. Seit rund zwei Jahren führt Dorit Tönjes als erste weibliche Nachtwächterin Gäste durch die abendliche Emsstadt – und bricht damit in eine jahrhundertealte Männerdomäne ein. Angefangen hat alles vor knapp zehn Jahren, als die damals frisch pensionierte Lehrerin beschloss, sich als Stadtführerin beim Verein „Rheine. Tourismus. Veranstaltungen“ (RTV) zu melden. „Irgendwann wurden dort dann auch neue Nachtwächter für die Gästetouren gesucht, und ich habe mich auch hier einfach mal gemeldet“, erzählt die Rheinenserin. Mindestens zweimal im Monat ist Dorit Tönjes seitdem gemeinsam mit ihren Gästen in der abendlichen Emsstadt unterwegs. „Eigentlich war die Arbeit als Nachtwächterin für Frauen im historischen Rheine undenkbar. Es gab kaum Berufe für Frauen, und schon gar nicht sollten sie nachts allein auf den Straßen für Recht und Ordnung sorgen. Dementsprechend war es eine echte ...