Ausgabe vom 07.10.2023 Seite 26

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Romantisierung der Vergangenheit Das Kloster in Offlum: Eine vermeintlich uralte Sage neu gelesen ? Teil 1 NEUENKIRCHEN. Der Schullehrer Heinz Bügener (1892?1957) aus Epe veröffentlichte 1929 im Zuge der immer mehr an Beliebtheit gewinnenden und politisch geförderten westfälischen Heimatbewegung und des gestiegenen Interesses an der Thematik ?Heimat? erstmals eine gedruckte Sammlung von volkstümlichen Sagen aus dem Münsterland. In seinem Buch mit dem sehnsuchtsvoll-romantischen Titel ?Heidegold? findet sich auch die niedergeschriebene Erzählung eines ?alten Wettringers? über ein angebliches Kloster in Offlum. Seitdem wird diese ?Sage? um sündige Offlumer-Ordensbrüder regelmäßig wieder aufgegriffen und von Heimaterzählern neu belebt. Was aber ist wirklich dran an der dramatischen Geschichte aus Offlum?Ein Blick ins Buch hilft, die Erzählung genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie ist bei Bügener folgendermaßen aufgebaut: Das Offlumer Kloster habe ?auf dem höchsten der dortigen Sandhügel? gestanden. Weil aber die Ordensbrüder den umgebenden Bauern nur ?Schlechtigkeiten? angetan hätten (welche, werden nicht genannt), sei das Kloster vom ?Herrgott mit dem Untergang bestraft? worden. Das Kloster läge deshalb nun ?tief unten in dem Hügel? und gelegentlich vernehme ...