Ausgabe vom 21.03.2025 Seite 18
Suchbegriffe 21.03.2025 18
âAn ethische Grenzen gebrachtâ Margret Lemke Leiterin Altenwohnanlage Caritas-Marienstift Wie ich den Beginn des ersten Lockdowns erlebt habe... Als der Lockdown verkündet wurde, war ich im ersten Schritt erleichtert, da ich das Gefühl hatte, die Bewohnenden und Mitarbeitenden besser schützen zu können. Belastend war für alle die ständige Angst, von auÃen unwissentlich die Infektion in das Haus zu tragen und somit den Tod des vulnerablen Personenkreises herbeizuführen. Mitarbeitende reduzierten ihre privaten Kontakte extrem. Die Bewohnenden wurden zum Teil an die Fenster gesetzt und die Angehörigen standen auf den Bürgersteigen, riefen ihnen etwas zu, warfen Handküsse und versuchten, irgendwie die Beziehung aufrechtzu- erhalten. Die Unterbindung der Sozialkontakte war sehr belastend. So schnell habe ich mich an den Lockdown gewöhnt... Die Gewöhnung ging schnell, da sie alternativlos war. Wir haben die Tagesabläufe und räumlichen Vorgaben angepasst. Die Mitarbeitenden zeigten eine hohe Flexibilität und ein sehr starkes Engagement. Unangenehm und aufreibend waren die jeweils kurzfristigen Verfügungen und Schutzverordnungen. Das brachte uns an unsere ethischen Grenzen. Was für mich von der Corona-Krise geblieben ist... ...