Ausgabe vom 08.01.2026 Seite 20
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Von Vernunftappellen bis Radarfallen Die Motorisierung und ihre Folgen: Wie in den 50er-Jahren im Kreis die Geschwindigkeit zum Thema wurde KREIS STEINFURT. Heute ist Tempo 50 innerhalb geschlossener Ortschaften eine Selbstverständlichkeit. Kaum jemand denkt noch darüber nach, warum diese Grenze gilt oder wie heftig sie einst umstritten war. Ein Blick in alte Akten und Zeitungsberichte zeigt jedoch: In den 50er-Jahren wurde leidenschaftlich über Geschwindigkeit, Sicherheit und Verantwortung im StraÃenverkehr gestritten. Eine Rückblende in die Zeit des Wirtschaftswunders und der Massenmotorisierung im Kreis. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden zunächst alle Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben. Was als Zeichen von Freiheit und Normalisierung empfunden wurde, entwickelte sich rasch zu einem ernsthaften Problem. Mit dem rapide zunehmenden Autoverkehr â auch in ländlich geprägten Kreisen wie Steinfurt oder Tecklenburg â stieg die Zahl der Verkehrsunfälle stark an. Bundesweit kamen Mitte der 1950er-Jahre jährlich rund 13.000 Menschen im StraÃenverkehr ums Leben. Die Zahl stieg bis 1970 auf mehr als 22.000. Erst â100 auf LandstraÃenâ (1972), â0,8 Promillegrenzeâ (1973), sowie âAnschnallpflichtâ ...
