Ausgabe vom 12.05.2023 Seite 4

Suchbegriffe 12.05.2023    4


Antisemitismus an Schulen nimmt zu Beauftragte sieht großes Dunkelfeld Antisemitische Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze sollen an allen Schulen in NRW besser dokumentiert werden. Das ist eine der Maßnahmen, mit denen die Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, das Dunkelfeld im Bereich Antisemitismus erhellen will. Die frühere FDP-Bundesjustizministerin legte am Donnerstag ihren Antisemitismusbericht 2022 vor.Entwarnung könne sie trotz sinkender Zahlen antisemitischer Straftaten überhaupt nicht geben. Das Ausmaß an Hass und Gewalt der Straftaten scheine eher zuzunehmen, sagte sie. ?Für Jüdinnen und Juden in Deutschland ist die Konfrontation mit Antisemitismus Teil ihres Alltags?, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.Der kürzlich vorgelegte NRW-Verfassungsschutzbericht 2022 verzeichnete bei den antisemitischen Straftaten einen deutlichen Rückgang von fast 440 auf rund 330 Taten. Nach dem Zehn-Jahres-Hoch von 2021 war dies aber immer noch der vierthöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Mit 287 Straftaten wird der überwiegende Teil dem Rechtsextremismus zugeordnet. Bundesweit wurden 2022 rund 2640 antisemitische Straftaten erfasst. Für Schulen sollen einheitliche Meldeformulare für antisemitische Vorfälle entwickelt ...