Ausgabe vom 21.02.2026 Seite 22

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Als das Wasser kam ... MV-Leserin Elisabeth Ovel schrieb ihre Erinnerungen an die Flutkatastrophe von 1946 auf RHEINE. Das große Emshochwasser von 1946, an das unser Medienhaus zum 80. Jahrestag am 10. Februar mit einer Sonderberichterstattung erinnerte, hat sich tief ins kollektive Gedächtnis der Rheinenserinnen und Rheinenser eingeprägt. MV-Leserin Elisabeth Ovel, geborene Brinkmann, die am 3. März ihr 90. Lebensjahr vollenden wird, nahm den Bericht zum Anlass, ihre Kindheitserinnerungen an die Naturkatastrophe niederzuschreiben: „Es war kurz vor meinem zehnten Geburtstag. Ich wohnte im linken Torhaus am Schloß Bentlage. Am 7. Februar 1946 wollte mein Vater mich und zwei jüngere Geschwister zur Bentlager Schule bringen. Die Salinenkanalbrücke stand schon 20 Zentimeter unter Wasser. Herr Esselmann ermahnte meinen Vater, uns Kinder nicht hinüber zu tragen. Also nahm er uns wieder mit nach Hause. Den ganzen Tag spielten wir „Erde wackelt, Erde wackelt“ und wir sanken mit unseren Holzschuhen circa zehn Zentimeter tief in die patschnasse Erde. Abends, als es schon dunkel war, stürzte plötzlich mit Getöse das Wasser durchs Kellerfenster ins Haus. Wir sieben Kinder halfen, die Winterkartoffeln, Äpfel und zwei Schinken aus dem ...