Ausgabe vom 18.04.2026 Seite 19

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Von meditativer Geheimschrift Der Stenografenverein Rheine hält alte Tradition am Leben – und bildet weiterhin aktiv aus RHEINE. Das, was die sechs Frauen hier in einem Klassenraum der Kaufmännischen Schulen zu Papier bringen, sieht aus wie Hieroglyphen aus einer längst vergangenen Zeit. Dahinter verbirgt sich allerdings eine streng genormte Kurzschrift – die Stenografie. Der Stenografenverein aus Rheine ist einer der wenigen in der Region, der noch aktiv ausbildet. Die anspruchsvoll zu erlernende „Geheimschrift“ ist allerdings nur ein Teil der Tätigkeiten des im Jahr 1907 gegründeten Vereins. „Wir unterrichten alles, was irgendwie mit Bürotechniken zu tun hat“, erläutert Sandra Stall, 1. Vorsitzende des Vereins. Früher vor allem die Arbeit an der Schreibmaschine, heute den Umgang mit Anwendungen wie Excel oder Word. Den charmanten Kern bildet aber die Kurzschrift. Es gibt drei Stufen: Die Verkehrs-, Eil- und Redeschrift. Letztere ist extrem verkürzt und wird vor allem eingesetzt, um schnell gesprochene Sprache – etwa in Parlamenten wie dem Land- oder Bundestag bei Protokollen – zu verschriftlichen. Oftmals mit 450 bis 500 Silben pro Minute, nur für Experten möglich. Zum Vergleich: Am Mittwochabend ...