Ausgabe vom 09.02.2026 Seite 17

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Butterfahrten nach Holland „Tag der Geschichte“ am Falkenhof spannt weiten Bogen RHEINE. Was hat der Maler Carl Weddige mit Butterfahren nach Holland zu tun? Antwort auf diese und viele weitere Fragen gab es beim dritten „Tag der Geschichte“ im Falkenhof, der sich um die Ausstellung „Alltag und Poesie“ drehte. Die Kunst- und Modehistorikern Freya Nagelsmann nahm das Publikum auf eine ganz spezielle Entdeckungsreise mit. Passgenaue Kleidung, so zeigte sie am Beispiel des Bildes vom Münstertor auf, konnten sich arme Menschen nicht leisten. Der Pflasterer etwa arbeitet hemdsärmelig und legt seine zerschlissene Jacke auf der Karre ab. Daneben setzt Weddige ein gut gekleidetes bürgerliches Paar. Doch nicht nur zur Markierung sozialer Unterschiede nutzt der Maler die präzisen Darstellungen der Kleidung. Wenn, so die Referentin, seine Großmutter auf einem Portrait eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts schon eine unmoderne Haube trägt, so ist das ein deutlicher Hinweis auf ihr Verständnis dafür, was sich für Witwen im Alter gehört. Sie war mit der Heirat „unter die Haube gekommen.“ Und blieb es. Von da ist der Weg zur einfachen Kopfbedeckung des Amsterdamer Waisenmädchens nicht weit. Weddige verbinde geschickt, so ...